7 Fragen, 7 Antworten. Heute: Präsenz als Türöffner für die neue Position im Top-Management?

Ein Interview mit Dr. Daniel Detambel, Geschäftsführer Vogel & Detambel – Inverses Headhunting für Top-Führungskräfte, Wiesbaden

Wer die Leistungen von Vogel & Detambel in Anspruch nimmt, steht häufig an einem Wendepunkt seines Lebens. Es geht darum – knapp auf den Punkt gebracht –, einen neuen Job zu finden. Aber nicht irgendeinen, sondern eine Spitzenposition im Top-Management, die auf dem offenen Stellenmarkt nicht zu finden ist.
Wie erlebt Dr. Daniel Detambel, Experte für „inverses Headhunting“, seine Kunden in dieser wichtigen Lebenssituation? Und welche Rolle spielt unserzentrales Thema, die Präsenz, für einen erfolgreichen Übergang in eine neue Position?

  1. Ihre Kunden – Top-Führungskräfte – sind zumeist hoch qualifiziert und erfolgreich in ihrer bisherigen Tätigkeit. Warum brauchen sie angeblich IhreHilfe?

Positionen ab einem Jahreseinkommen von circa 160.000 Euro werden in den seltensten Fällen offen per Anzeige ausgeschrieben. Die Mehrzahl der Top-Positionen wird vielmehr „unter der Hand“ vergeben. Und hier bringen wir unsere Kunden ins Spiel: Wir sorgen dafür, dass sie im richtigen Moment im passenden Unternehmen bekannt werden. Und zwar bei der Person, die für die Stellenbesetzung entscheidend ist: Gesellschafter, Aufsichtsrat, Beirat etc.

  1. Wenn Top-Manager zu Ihnen kommen, dann an einem richtungsweisenden Wendepunkt. Wie erleben Sie Ihre Klienten: motiviert oder verzweifelt oder in Aufbruchsstimmung …?

Wenn ein Job – nicht selten unfreiwillig – zu Ende geht, ist das sicherlich für niemanden eine leichte Situation. Und dennoch wissen die meisten Top-Manager, dass solche Positionen endlich sind. Statistisch gesehen beträgt die „Verweildauer“ eines Managers im jeweiligen Job gerade mal fünf Jahre. Daher – um die Frage klar zu beantworten: Nach ein oder zwei Wochen, in denen der Manager die neue Situation verarbeitet, macht er meist einen Haken an die Vergangenheit und wendet er sich der Zukunft bzw. neuen Aufgaben zu.

  1. Sie sorgen dafür, dass Ihre Kunden und Unternehmen miteinander in Kontakt kommen. Die Gespräche müssen sie dann natürlich selbst führen. Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach dabei Präsenz und Sympathie – gerade auf dem höchsten Level?

Neben der fachlichen Passung ist Sympathie das entscheidende Kriterium. Und damit meine ich nicht nur, dass kein Unternehmen einen Top-Manager einstellt, der bereits im Vorstellungsgespräch unsympathisch wirkt. Man fragt sich auch immer: Wie wirkt dieser Manager auf unsere Kunden? Auf die Mitarbeiter? Die Gesellschafter? Ist dieser Manager in der Öffentlichkeit „vorzeigbar“? Und Sympathie bedeutet ja nicht nur, nett zu lächeln und „adrett“ auszuschauen; Sympathie umfasst den gesamten Menschen.

  1. Ich behaupte: Unabhängig vom Jahresverdienst oder von Boni wollen auch Top-Leute in den obersten Etagen Anerkennung. Wie erleben Sie das?

Fast immer ist es ein Mix unterschiedlichster Motive, das ist bei Top-Führungskräften nicht anders als bei Normalverdienern. Der eine möchte viel Geld verdienen, weil Geld für ihn sichtbare Anerkennung seiner Leistung ist. Andere finden ihre Erfüllung darin, die Anerkennung der eigenen Mitarbeiter, des Vorgesetzten oder der Kunden zu bekommen. Wieder andere wollen nichts anderes, als „ihr Ding machen“ und die eigenen Ideen umsetzen.

  1. Je höher es auf der Hierarchieleiter nach oben geht, desto seltener gibt es ehrliches Feedback. Viele sind das gar nicht mehr gewohnt, Kontra zu bekommen. Macht das die Beratung für Sie schwierig?

Nein, zum Glück nicht! Denn unsere Kunden bezahlen uns ja für dieses ehrliche Feedback. Und wer uns kennt, weiß, dass wir kein Blatt vor den Mund nehmen.

  1. Sie sind seit 20 Jahren im Geschäft. Wie haben sich die heutigen Top-Manager verändert?

Top-Manager realisieren deutlicher als noch vor 15 oder 20 Jahren, dass Top-Positionen durchaus sehr schnell wieder zu Ende sein können. Der Spruch „Einmal Geschäftsführer, immer Geschäftsführer“ gilt schon lange nicht mehr. Immer mehr Top-Manager nehmen aktiv die eigene Karriereentwicklung in die Hand und suchen sich selbst die nächste Position. Vor 20 Jahren war das noch anders: Da glaubte die Mehrzahl der Manager noch, man müsse nur darauf warten, bis sich zufällig etwas Neues ergibt bzw. der Headhunter den passenden nächsten Job auf dem Silbertablett serviert.

  1. Wenn Sie nur einen Tipp geben dürften, worauf eine Top-Führungskraft im ersten Gespräch unbedingt achten sollte, welcher wäre das?

„Welchen Beitrag zum Unternehmenserfolg kann ich besser leisten als meine Mitbewerber?“ Diese Frage muss im Vorstellungsgespräch beantwortet werden – und zwar durch den Bewerber. Selbst dann, wenn der Interviewer nicht ausdrücklich danach fragt. Klingt logisch, und dennoch gelingt das kaum einem Bewerber auf Anhieb. Auch deswegen nicht, weil die meisten Bewerber mit der Einstellung ins Gespräch gehen, dass es das Wichtigste sei, nichts Falsches zu sagen und nicht anzuecken. Das gelingt fast allen Top-Managern ohne Probleme, allerdings zulasten des Inhalts. Niemand aber macht jemanden zum Vorstand oder Geschäftsführer, nur weil er nett rüberkam und keine Fehler im Gespräch gemacht hat.

Mehr zum Thema „Inverses Headhunting für Top-Führungskräfte“: www.vogel-detambel.de

2019-02-06T14:05:05+00:0003.2.2019|Interview|